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	<title type="text">15. Deutscher Trendtag am 15. September 2010 in Hamburg mit dem Thema Flow Control.</title>
	<subtitle type="text">Flow Control – Selbstbestimmung statt Systemkontrolle</subtitle>

	<updated>2010-09-02T14:22:30Z</updated>
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		<author>
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		<title type="html"><![CDATA[Peter WippermannWie kann man Zukunft denken?]]></title>
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		<updated>2010-09-02T14:22:30Z</updated>
		<published>2010-09-02T08:37:44Z</published>
		<category scheme="http://www.trendtag.de" term="Allgemein" />		<summary type="html"><![CDATA[Orkane und Hurrikans entstehen fernab unserer Lebensräume, oft auf dem Meer. Sie gewinnen an Kraft und Geschwindigkeit, um sich schließlich mit Macht auf dem Land auszutoben. Sie sind ein Modell für die Zukunft. Keiner kann Stürme oder Zukunft machen. Man kann sie nicht vorhersagen, aber beobachten und nutzen.
Die Zukunft entsteht an den Rändern unserer Gesellschaft. <a href="http://www.trendtag.de/blog/peter-wippermann-wie-kann-man-zukunft-denken/">mehr&#160;...</a>]]></summary>
				<content type="html" xml:base="http://www.trendtag.de/blog/peter-wippermann-wie-kann-man-zukunft-denken/">&lt;p&gt;Orkane und Hurrikans entstehen fernab unserer Lebensräume, oft auf dem Meer. Sie gewinnen an Kraft und Geschwindigkeit, um sich schließlich mit Macht auf dem Land auszutoben. Sie sind ein Modell für die Zukunft. Keiner kann Stürme oder Zukunft machen. Man kann sie nicht vorhersagen, aber beobachten und nutzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zukunft entsteht an den Rändern unserer Gesellschaft. Sie hat die Kraft, alle Lebensbereiche zu verändern. Die Alltagskultur passt sich nur zögerlich den neuen Umweltbedingungen an. Das gibt dem aufmerksamen Beobachter die Chance, über mögliche Zukünfte nachzudenken. Sturmvorhersagen analysieren die Wechselwirkung von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Zukunftsszenarien entstehen aus der Abschätzung von Innovationen und kultureller Akzeptanz und heißen Trends.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trends sind Arbeitsbegriffe der sich entwickelnden Zukünfte. Sie benennen gemeinsame Anpassungsstrategien an eine sich verändernde Umwelt. Sie sind Bindungsangebote ohne Institutionen und ersetzen Traditionen. Trends und Gegendtrends bieten widersprüchliche Alternativen auf dieselbe Herausforderung. Sie kennzeichnen eine Entwicklungsdynamik von sieben bis zehn Jahren. Trends unterscheiden sich von Moden durch ihre langsame Verbreitung. Moden sind die kurzlebigen Indikatoren für Trends.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um Zukünfte denken zu können, ohne in Träumereien zu versinken, ist es sinnvoll, mit Beobachtungskonstanten zu arbeiten:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der soziale Wandel&lt;/strong&gt; der Gesellschaft bietet langfristige Orientierung. Der demografische Wandel ist hier Stichwortgeber für die Zukunft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der technologische Wandel&lt;/strong&gt; macht Entwicklungen einschätzbar, wenn man die Zeit zwischen Grundlagenforschung und Markteinführung beobachtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der ökonomische Wandel&lt;/strong&gt; ist aussagefähig, wenn man die Businessmodelle analysiert. Finanzkrisen beschleunigen den Strukturwandel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der kulturelle Wandel&lt;/strong&gt; ist schwierig zu verstehen, da die Institutionen der Gesellschaft, Familie, Politik, Wirtschaft und Kirchen, ihre Bindungskraft zunehmend verlieren. Projekthafte Gemeinschaften verdrängen das Modell der traditionellen Gesellschaft. Es entstehen parallele Lebenswelten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alle vier Beobachtungskonstanten ergeben zusammen ziemlich plausible Szenarien von morgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heute ist es möglich, den Wertewandel in der Gesellschaft über Social-Media-Analysen im Web 2.0 zu erfassen. Zum ersten Mal können Trends nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ erfasst werden. Die Trendforschung, die in den neunziger Jahren in den hoch entwickelten Konsummärkten Amerikas und Europa sinnvoll wurde, findet ihre eigene Zukunft in der Social-Media-Analyse des Internets. Die langjährige Praxis der analogen Mustererkennung von gesellschaftlichen Veränderungen ist dabei durch Computerprogramme automatisiert zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Prognostizierbarkeit von Zukünften setzt Filter voraus. Die Skalierbarkeit von Trends reicht von den Gesellschafts- oder Megatrends über die Konsumenten- hin zu den Branchentrends. Wer sich über die Zukunft Gedanken machen will, sollte sich fragen, welche strategischen Positionen er klären möchte. Wer flexibel und schnell handeln will, muss an mögliche Zukünfte denken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mich interessieren Trends, ihre Entstehung, Verbreitung und Auswirkungen auf Menschen, Gesellschaft und Unternehmen. Seit 15 Jahren analysiert der von mir organisierte Deutsche Trendtag den kommenden Wandel. Ziel ist es zu definieren, was er für die Unternehmen bedeuten könnte. Zwei Jahre bevor ein neuer Megatrend auf den Massenmarkt trifft, werden hier von internationalen Wissenschaftlern und Experten Szenarien für morgen durchdacht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Deutsche Trendtag gibt diesen Megatrends einen Namen. Einige dieser Arbeitsbegriffe haben den Weg in den Duden oder in die Alltagssprache gefunden. Begriffe wie „Ich-AG“ für die kommende Ökonomisierung unserer Privatsphäre (2000), „Schwarmintelligenz“ für die mögliche Effizienz von Web 2.0 durch Blogs, Wikis und Social Media (2005), oder „Simplexity“ für die Sehnsucht nach einfacher Entscheidungsfindung bei wachsender Komplexität (2007).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Jahr beobachten wir Phänomene von Informationsüberladung und Burn-out in der Gesellschaft. Deshalb beschäftigt sich der 15. Deutsche Trendtag mit Informationslogistik im Privaten, in der Wirtschaft und Gesellschaft. Der neue Gesellschaftstrend heißt „Flow.Control.“ und setzt auf Selbstkontrolle statt Systemkontrolle (www.trendtag.de).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Peter Wippermann&lt;br /&gt;
Gründer des Trendbüros&lt;br /&gt;
Professor für Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität, Essen&lt;/p&gt;
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		<author>
			<name>smosebach</name>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Prof. Norbert BolzBürger und Mini-Celebrity. Über die Aufgabe der Privatheit in der Internet-Gesellschaft]]></title>
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		<updated>2010-08-30T10:50:27Z</updated>
		<published>2010-08-30T10:40:40Z</published>
		<category scheme="http://www.trendtag.de" term="Allgemein" /><category scheme="http://www.trendtag.de" term="Autorenbeiträge" /><category scheme="http://www.trendtag.de" term="Speaker" />		<summary type="html"><![CDATA[Wenn Allwissendheit ein Merkmal Gottes ist, dann kann man Google göttlich nennen. Es fasziniert und erschreckt zugleich. Je mehr Menschen Google nutzen, desto größer wird die Angst vor seiner Allmacht. Die Macht liegt nämlich dort, wo die Standards der Informationsverarbeitung fixiert werden. Herrschaft basiert auf Informationsbeherrschung. Denn heute ist alles Information: das Leben, das Geld, <a href="http://www.trendtag.de/blog/norbert-bolz-buerger-und-mini-celebrity/">mehr&#160;...</a>]]></summary>
				<content type="html" xml:base="http://www.trendtag.de/blog/norbert-bolz-buerger-und-mini-celebrity/">&lt;p&gt;Wenn Allwissendheit ein Merkmal Gottes ist, dann kann man Google göttlich nennen. Es fasziniert und erschreckt zugleich. Je mehr Menschen Google nutzen, desto größer wird die Angst vor seiner Allmacht. Die Macht liegt nämlich dort, wo die Standards der Informationsverarbeitung fixiert werden. Herrschaft basiert auf Informationsbeherrschung. Denn heute ist alles Information: das Leben, das Geld, meine Identität. Google funktioniert wie ein gigantisches Bit-Kraftwerk, an das wir alle als verschlankte Nutzer angeschlossen sind. Heute genügt ein kleiner, mobiler Monitor mit Internetanschluss. Der PC wird allmählich museal. Ein Kultwort unserer Zeit lautet deshalb „Apps“. Gemeint sind die tausende von Applikationen, in denen sich Software in passgenaue Dienstleistungen verwandelt. Spätestens seit Apples iPhone leben wir in einer Kultur des allgegenwärtigen Computierens, im Zeitalter des digitalen Utilitarismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je mehr Informationen wir haben, desto knapper werden wichtige Informationen – und desto wichtiger werden Informationen über Informationen. Das bieten Suchmaschinen. Im Angelsächsischen gibt es einen schönen Ausdruck für die Arbeit von Geheimdiensten: Intelligence Service. Heute erbringt Google als eine Art Geheimdienst des Alltags genau diese Dienstleistung der Intelligenz. Das wird sofort verständlich, wenn man sich klar macht, dass Intelligenz der Inbegriff von Suchtechniken ist. Und wenn der Suchraum groß genug ist, kann man Suchen nicht mehr von Kreativität unterscheiden. So lautet der natürliche Anspruch von Google: Alles für jeden jederzeit und überall. Alles und alle werden transparent, erreichbar und verfügbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Internet ist ein globaler Computer, und wir alle sind die „Clickworker“, die Mausklick-Arbeiter seines Programms, das sich evolutionär entwickelt. Jeder Mausklick ist ja eine kleine Transaktion und hinterlässt eine Datenspur. Das heißt aber, dass jeder, der Google nutzt, der Firma hilft, ihre Algorithmen zu verbessern. Wir arbeiten alle mit am Popularitätsalgorithmus von Google. Das macht man sich natürlich nur selten bewusst, und deshalb erscheint Google wie ein Orakel. Sein Algorithmus der Empfehlungen und Bewertungen wirkt wie ein wunderbarer Kurzschluss durch den Informationsdschungel. Niemand kennt diesen Algorithmus, aber was er leistet, ist klar: Suchmaschinen protokollieren unsere Aufmerksamkeit. Sie gehen davon aus, dass wichtig ist, was die wichtigen Anderen wichtig finden. Und dass die meisten wollen, was die meisten wollen. Dafür hat sich der Ausdruck „kollaborativer Filter“ durchgesetzt. Zu Deutsch: Meinesgleichen geschieht. Und weil ich das Urteil von meinesgleichen nutze, um mich im Dschungel der Informationen und Optionen zurecht zu finden, können Firmen wie Amazon ein Marketing der Vorlieben entwickeln. „Kunden, die A kauften, haben auch B und C gekauft.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zusammen mit dem so genannten Neuromarketing startet das Datensammeln der Suchmaschinen einen Zangenangriff auf den Konsumenten des 21. Jahrhunderts. An Konsumentendaten heranzukommen ist aber nicht nur die Bedingung der Leistungsfähigkeit von Suchmaschinen, sondern auch von sozialen Netzwerken. Suchmaschinen produzieren die Homogenität der Gleichgesinnten in Geschmacks-Clustern. Hinzu kommt die Selbstselektion der Gleichgesinnten in den „communities“, den virtuellen Gemeinschaften. Das 21. Jahrhunderts hat also nicht mehr das Problem des Massenkonformismus durch Massenmedien, sondern das Problem der Gleichgesinntheit in digitalen Echokammern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit 1994 gibt es die so genannten Cookies, die auf dem Computer des Nutzers selbst Dateien erstellen, die sein Suchverhalten und den „Clickstream“ speichern. So entstehen Nutzerprofile, die von den Unternehmen für Werbung und Marketing ausgewertet werden können. Doch diese Profile werden uns nicht nur angetan; wir produzieren sie selbst mit jeder Selbstauskunft, mit jedem Mausklick. Und zum Verdruss der Datenschützer gibt es immer mehr Menschen – und keineswegs nur „unwissende“ Jugendliche! -, die ihre Daten gerne preisgeben. Das sollte aber nicht mehr überraschen. Es gibt ja auch Unzählige, die sich telefonisch oder in der Innenstadt den „Umfragen“ öffnen und bereitwillig über ihr Konsumverhalten oder ihre politische Meinung Auskunft geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was steckt dahinter? Offensichtlich das, was der amerikanische Philosoph John Dewey einmal den Wunsch, wichtig zu sein, genannt hat. Das Profil ist die öffentliche Ausstellung der Identität. Wir opfern Privatheit für Aufmerksamkeit. Dieses zentrale soziale Phänomen ist natürlich so alt wie die Zivilisation. Aber unter Internetbedingungen hat es eine neue Qualität angenommen. Unaufhörlich arbeiten die vernetzten Computer der Welt als unsere Profiler. Mehr und mehr gewöhnen wir uns an den Alltag der permanenten Überwachung, der Screening und Monitoring heißt. So wandelt sich das bürgerliche Individuum in den ständig und infinitesimal Überwachten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sammeln, suchen, überwachen – das ist Googles Welt. Und ihr entspricht ein interessantes, neues Konzept von persönlicher Identität, das man auf eine einfache Formel bringen könnte: Ich bin meine Maus-Klicks. Identität ist heute eine Rechenaufgabe, und zwar geht es um eine Extremwertberechnung zwischen privat und öffentlich. Wo liegt das Optimum? Es geht um ein empfindliches dynamisches Fließgleichgewicht zwischen freier Information und Kontrolle. Und so wie der Einzelne seine Identität zwischen öffentlich und privat konstruieren muss, so findet die Firma ihren Profit zwischen Open Source und Eigentum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Freiheit der Information hat ihre traditionellen Grenzen an der Privatsphäre des Individuums und der Sicherheit des Staates. Aber es gibt immer mehr Menschen, denen beides gleichgültig ist. Die Verhaltensweise, die man demgegenüber all jenen Bürgern anraten könnte, die noch auf ihre Privatsphäre wert legen, weil die Würde des Menschen von ihr abhängt, hat Walter Benjamin einmal Krypto-Emigration genannt. Damit hat er Brechts Ratschlag für Städtebewohner auf den Begriff gebracht: „Wer seine Unterschrift nicht gegeben hat, wer kein Bild hinterließ, wer nicht dabei war, wer nichts gesagt hat, wie soll der zu fassen sein! Verwisch die Spuren!“ Mach dich unklassifizierbar! Das könnte die Parole einer digitalen Zivilverteidigung sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Deshalb ist der Widerstand gegen Google Street View zutiefst bürgerlich. Es geht hier in erster Linie gar nicht um juristische Bedenken, sondern um den Angriff auf den „Geheimniszustand“, der für die bürgerliche Privatsphäre wesentlich ist. Der Bürger will selbst bestimmen, was von seiner Existenz öffentlich wird; vielleicht die Hausfassade, aber nicht der Garten; vielleicht die Ehefrau, aber nicht die Kinder. Deshalb baut man Zäune, pflanzt Hecken, und Gardinen stellen sicher, dass man durch die Fenster hinaus-, aber nicht hineinsehen kann. Nur ein kindischer anti-bürgerlicher Affekt kann das „spießig“ finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was mit der Unterscheidung von privat und öffentlich auf dem Spiel steht, ist die Idee der bürgerlichen Freiheit. Privatheit ist bürgerlich; heute muss sie eigens erarbeitet werden. Privatheit ist eine Aufgabe. Und vielleicht wird man über die bürgerliche Identität im Zeitalter des Internet bald sagen können: Jeder bemerkenswerte Mensch arbeitet gegen sein eigenes Profil. Privatheit ist die Standardeinstellung, die der Bürger im Umgang mit den Medien bewusst wählen muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist natürlich eine unzeitgemäße Strategie, denn in der Welt der Netzwerke sind privat / öffentlich und persönlich / geschäftlich keine plausiblen Unterscheidungen mehr. Die populären sozialen Netzwerke leben ja von der Privatisierung der Geselligkeit und der Veröffentlichung der Persönlichkeit. Jeder wird zur Mini-Celebrity. Damit bezeichnen wir den Gegenpol zum bürgerlichen Optimum der Identität. Und das entspricht durchaus dem Geist der Moderne. Denn Individualität zeigt sich heute darin, dass jeder selbst definieren darf, wo seine schützenswerte Privatsphäre beginnt. Privatheit 2.0 ist eigenrichtig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So stehen sich Bürger und Mini-Celebrity, die traditionelle Idee der Privatheit und ein medientechnisch gepflegter Exhibitionismus gegenüber. Reputation ist für die Internetgemeinde ein Feedback-Profil. Der Datenschützer dagegen erscheint als hilfloser Repräsentant bürgerlicher Privatheit, der gegen die politische Erwartung absoluter Transparenz, die wirtschaftliche Suggestion eines maßgeschneiderten Service, und die technische Wirklichkeit von Überwachung und Vernetzung auf verlorenem Posten steht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der schwerste Angriff auf die Privatsphäre geht dabei übrigens nicht von Regierungen und Unternehmen aus, sondern von den sozialen Netzwerken. Alles, was man tut, kann heute aufgezeichnet und gesendet werden. Die so genannten Bürgerjournalisten und ihre Handy-Kameras lassen nichts mehr unprotokolliert. Die Paparazzi werden zum massendemokratischen Phänomen. Da ist es nur lebensklug, dass die wirklich Prominenten ihre Privatsphäre nicht mehr geheim zu halten versuchen, sondern persönlich kontrollieren wollen – man denke nur an Steffi Grafs Babybilder oder Wowereits Coming out.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben es hier aber nicht mit einem Kultur- sondern einem Strukturproblem zu tun. Unter Internetbedingungen bringt nämlich jedes Geschäft einen Verlust von Privatheit: Man muss sich „ausweisen“. Mit Identitäts-Software kann man das zwar kontrollieren, aber das bedeutet eben, dass nur Kontrolle vor Kontrolle, nur Software gegen Software schützt. Programmieren heißt steuern durch Kontrolle. Und Computersysteme sind Kontrolltechnologien, die aus der Distanz durch Information steuern. Information ist der Zugang zur Welt, und das Web 2.0 ist der Zugang zur Information. Aus Bürokratie wird Software. Sie kontrolliert unser Verhalten, indem sie Zugang und Einfluss steuert. In jeder Software stecken nämlich Werturteile, die den Alltag strukturieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Medienphilosoph Vilèm Flusser hat einmal gesagt, die Welt zerfalle in Programmierer und Programmierte. Das ist eine durchaus sinnvolle Übertreibung. Aber nicht nur die Programmierer sind die großen Einzelnen, die in der scheinbar so massendemokratischen Welt des Web 2.0 den Unterschied machen. Es gibt auch noch die „Superconnectors“, die die digitale Welt zusammenhalten. Gemeint sind die Meister der schwachen Bindungen in den sozialen Netzwerken, also Aktivisten, Freiwillige, Fans, Liebhaber, Amateure. Und es entspricht der Logik der Netzwerke, dass hier einige wenige den Unterschied machen. Diese Aktivisten machen den Begriff einer durchschnittlichen Beteiligung nämlich sinnlos. Statistisch gesprochen: Der Median der Internet-Nutzung liegt weit unter dem Durchschnitt. Es gibt also keinen repräsentativen Internet-Nutzer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch die Wenigen, die z.B. an Wikipedia und YouTube aktiv teilnehmen, sind in absoluten Zahlen sehr viele. Ein Promille ist sehr viel im Cyberspace. Und weil sehr wenige im Internet sehr viele sein können, entsteht der Schein der massendemokratischen Kollaboration. Doch nicht die Massen beherrschen das Internet, sondern die Aktivisten. Das muss man im Augen behalten, wenn man verstehen will, wie sich heute das bürgerliche „Publikum“ zersetzt. Früher war die Veröffentlichung das Nadelöhr für den Autor, heute ist es die Aufmerksamkeit. Das Motto des Web 2.0 lautet: Erst Publizieren, dann Filtern. Deshalb werden die Gatekeeper, die eine Auswahl vor der Publikation treffen, zunehmend durch Navigatoren ersetzt, die eine Auswahl nach der Publikation ermöglichen. Diese rigorose Ausschaltung vermittelnder Zwischeninstanzen führt ganz zwingend zur Herrschaft der Suchmaschinen. Und dieser Plural ist fast schon ein Euphemismus. Google kontrolliert den Flow.&lt;/p&gt;
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		<author>
			<name>smosebach</name>
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		<title type="html"><![CDATA[Interview mit Réne Schuster Geschäftsführer Telefónica O2 Germany]]></title>
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		<updated>2010-08-19T14:55:17Z</updated>
		<published>2010-08-19T14:37:41Z</published>
		<category scheme="http://www.trendtag.de" term="Allgemein" /><category scheme="http://www.trendtag.de" term="Interview" />		<summary type="html"><![CDATA[Sie werden die Laudatio für den Preisträger des Millennium Vision Award, Jimmy Wales, halten.<br /><br />

1. Wie haben Wikipedia und Social Media unsere Gesellschaft verändert?<br /><br />

Die Forschung hat im Bereich Social Media einen neuen Stellenwert eingenommen. Forschungsergebnisse werden im Internet publiziert und finden einfache Verbreitung. Das bedeutet, dass diese schneller und ohne großen Aufwand für alle verfügbar sind.  Auch Unternehmen haben dieses Prinzip verstanden und beginnen, die Wiki-Technologie zur Unterstützung ihres internen Wissensmanagements einzusetzen. ]]></summary>
				<content type="html" xml:base="http://www.trendtag.de/blog/interview-mit-rene-schuster-geschaftsfuhrer-telefonica-o2-germany/">&lt;p&gt;Sie werden die Laudatio für den Preisträger des Millennium Vision Award, Jimmy Wales, halten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Wie haben Wikipedia und Social Media unsere Gesellschaft verändert? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;Die Forschung hat im Bereich Social Media einen neuen Stellenwert eingenommen. Forschungsergebnisse werden im Internet publiziert und finden einfache Verbreitung. Das bedeutet, dass diese schneller und ohne großen Aufwand für alle verfügbar sind.  Auch Unternehmen haben dieses Prinzip verstanden und beginnen, die Wiki-Technologie zur Unterstützung ihres internen Wissensmanagements einzusetzen. Im Endeffekt geht es um einfache Möglichkeiten, Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2. „Deutschlands beste Schulklasse 2010” wird den Preis an Jimmy Wales übergeben. Sie haben selbst zwei Kinder.&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;i. Inwieweit unterscheidet sich deren Medien- und Informationsverhalten von Ihrem bzw. unserem?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;Meine Kinder sind natürlich Digital Natives. Sie kennen keine Welt ohne Computer und Internet. Sie wählen andere Kanäle zur Kommunikation und zum Austausch von Inhalten. Während ich zum Beispiel eine schnelle E-Mail verschicke, ziehen sie es vor, über Facebook zu kommunizieren. Und das Fernsehen ist nicht so wichtig wie YouTube. Ich bin allerdings der Meinung, dass Eltern ihren Kindern helfen müssen, die Mechanismen von Social Media zu verstehen, um sie davor zu schützen, zu vertrauensvoll zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt;ii. Wird der Zugang zu Informationen wichtiger werden als Faktenwissen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;Das ist keine Frage von „entweder – oder“. Faktenwissen wird immer wichtig sein, zum Beispiel im Berufsleben oder beim Treffen von Entscheidungen. Der Zugang zu Informationen wird jedoch schnell, omnipräsent und preiswert. Alles was man braucht ist ein internetfähiges Telefon und ein Netzzugang. Angesichts der schnell wachsenden Menge an Informationen um uns herum wird die Fähigkeit, Informationen zu bewerten und einzelne Informationen in einen größeren Kontext einzuordnen, zum wichtigsten Rüstzeug.&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt; iii. Wie verändert sich die Art und Weise, wie wir uns informieren und mit unseren Freunden Kontakt halten: Werden die Informationen, die wir untereinander teilen und konsumieren, zunehmend in kleineren Stücken vermittelt? („Snippetization“) / Wird die sofortige Reaktion in Echtzeit wichtiger werden als der tatsächliche Inhalt? („Real-timization“)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;Auch in diesem Fall ist das keine Frage von „entweder – oder“, sondern hängt von der jeweiligen Situation ab. Im Notfall zum Beispiel kann eine Kommunikation in Echtzeit Leben retten &amp;#8211; ein Bruchstück einer Information kann ausreichend sein, um sich vor Schaden zu schützen. Bei komplexen Begebenheiten hingegen verwenden wir vielleicht einen Teil einer Information, um auf umfangreiche Hintergrundinformationen zu verweisen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3. Wir glauben, dass sich das Internet zur zentralen Infrastruktur des 21. Jahrhunderts entwickeln wird. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt;i. Wie können wir sicherstellen, dass nicht nur die Digital Residents sondern alle Bürger imstande sein werden, daran teilzunehmen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;Als integriertes Kommunikationsunternehmen fühlt sich Telefónica O&lt;sub&gt;2&lt;/sub&gt; Germany dafür verantwortlich, den Menschen Perspektiven zu eröffnen und es ihnen zu ermöglichen, mit der Digitalisierung der Gesellschaft Schritt zu halten. Der Zugang zu digitalen Medien kann für sozial benachteiligte und bildungsferne Jugendliche eine Chance darstellen. Wenn sie in der Lage sind, neue mit bestehenden Fähigkeiten zu verknüpfen, können sich neue berufliche Chancen eröffnen. Das ist das hauptsächliche Ziel unserer jüngsten Initiative, das Telefónica O&lt;sub&gt;2 &lt;/sub&gt;Germany &amp;#8220;Think Big&amp;#8221; Media College.&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt;ii. Welche Hürden müssen überwunden werden, damit sich mehr Menschen auf diese Technologie einlassen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;Wir haben bereits viele Hürden überwunden. Unsere Angebote sind einfach anzuwenden, zu verstehen und zu steuern. Wir machen es den Menschen leicht, mit uns in Kontakt zu treten. Außerdem haben wir die Netztechnologie für das stationäre und mobile Internet verbessert. Unsere Preise für digitale Angebote sind klar verständlich und günstig. Wir respektieren die Privatsphäre unserer Kunden und schützen ihre Daten.&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;Weitere und preiswerte Smartphones mit zunehmend intuitiver Funktionalität, die auf den Markt kommen werden sowie leicht verständliche Tarife werden es neuen Zielgruppen ermöglichen, an dieser Technologie teilzuhaben, einschließlich ältere oder behinderte Mitbürger.&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt;iii. Sehen Sie irgendwelche Nachteile, die uns durch unsere Verwendung der Internettechnologie entstehen könnten?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;Wir müssen Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Datenschutz- und Sicherheitsproblemen vorzubeugen. Aus diesem Grund bieten und nutzen wir Technologien, um Kinder im Internet zu schützen und beraten fachkundig zum Thema Datenschutz und Sicherheit von Kindern im Internet. Außerdem lassen wir unsere Kunden bestimmen, wie wir mit ihren persönlichen Informationen umgehen. Wir ermöglichen unseren Kunden, die Daten, die wir von ihnen gespeichert haben, einzusehen und zu korrigieren. Wir sorgen für eine sichere Verwahrung der Daten unserer Kunden. Sollten Kundeninformationen gestohlen werden oder verloren gehen, werden wir schnell und verantwortungsvoll handeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;4. Als Geschäftsführer eines internationalen Konzerns müssen Sie immer vorausdenken. Unsere neuesten Untersuchungen für Google und Otto zeigen, dass die Verwendung von Smartphones immer selbstverständlicher und allgegenwärtiger wird und so die Art und Weise verändert, wie die Menschen über das Internet denken und es verwenden. Sie sind immer in Verbindung mit ihren digitalen Netzwerken. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt;i. Wie werden die Telekommunikationsunternehmen auf diese sich ändernden Bedürfnisse und Verhaltensweisen reagieren, die auf einen allgegenwärtigen Internetzugang zurückzuführen sind?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;Die Telefónica O&lt;sub&gt;2&lt;/sub&gt; Germany hat stark in ihr Netz investiert, um es zu einem der modernsten Netze Europas zu machen. Durch unsere neuen Funkfrequenzen, die wir in der vor kurzem stattgefundenen Frequenzauktion erworben haben, werden wir weiterhin expandieren. Unser übergreifendes Ziel ist die Entwicklung innovativer Technologien, wobei wir neue Anforderungen im Voraus berücksichtigen, zum Beispiel in den Bereichen „E-Gesundheit“ und „E-Finanzen“.&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt;ii. Heutzutage wird sich häufig über die Informationsflut beklagt. Wie können wir sicherstellen, dass uns nur relevante Informationen erreichen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;Wir müssen in Bildung investieren und Werte vermitteln, so dass die Menschen lernen, wie man relevante Informationen selektiert. Selbstverständlich müssen wir ihnen auch beibringen, wie die verfügbaren Technologien zur Filterung von Informationen zu nutzen sind und sich auf einige ausgewählte, vertrauenswürdige Kommunikationskanäle zu konzentrieren, über die man Informationen bezieht.&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;&lt;strong&gt;iii. Was wird o2 unternehmen, sobald alle mit einem mobilen Hochgeschwindigkeits-Internetzugang ausgerüstet sind? / Was kann ein Unternehmen wie Ihres über Verbindung und Bandbreite hinaus anbieten?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="padding-left: 30px;"&gt;Mobiltelefone sind im Begriff, die Schnittstelle zum alltäglichen Leben zu werden. Daran arbeiten wir zur Zeit. Die künftigen Smartphones werden uns mit allem versorgen, was wir für unsere täglichen Aktivitäten benötigen – egal ob man auf dem Weg zur Arbeit ist und die umweltfreundlichste Strecke auswählt oder sich mit Freunden trifft und schnell für das Mittagessen bezahlt oder zum Arzt geht und das Telefon als Unterstützung für ein Gesundheitsprogramm nutzt.&lt;/p&gt;
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			<name>smosebach</name>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Peter Wippermann„Freizeit, Arbeit, Unternehmen  Unternehmen müssen sich entscheiden, wie sie auf die wachsende mediale Macht von Kunden reagieren“]]></title>
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		<updated>2010-08-17T15:26:55Z</updated>
		<published>2010-08-17T14:54:16Z</published>
		<category scheme="http://www.trendtag.de" term="Allgemein" />		<summary type="html"><![CDATA[Eigentlich ist alles ganz einfach. Wir entscheiden über Medien, diese bestimmen unseren Alltag. Wer ein iPhone nutzt, hat die meisten Sexpartner. So einfach kann das Leben sein. Mit 12 Paarungen liegen die Liebenden mit einem Apple iPhone statistisch gesehen vor Blackberry (8) und Android (6), das belegt eine aktuelle Studie der amerikanischen Partnervermittlung OKCupid. Fast <a href="http://www.trendtag.de/blog/freizeit-arbeit-unternehmenunternehmen-mussen-sich-entscheiden-wie-sie-auf-die-wachsende-mediale-macht-von-kunden-reagieren/">mehr&#160;...</a>]]></summary>
				<content type="html" xml:base="http://www.trendtag.de/blog/freizeit-arbeit-unternehmenunternehmen-mussen-sich-entscheiden-wie-sie-auf-die-wachsende-mediale-macht-von-kunden-reagieren/">&lt;p&gt;Eigentlich ist alles ganz einfach. Wir entscheiden über Medien, diese bestimmen unseren Alltag. Wer ein iPhone nutzt, hat die meisten Sexpartner. So einfach kann das Leben sein. Mit 12 Paarungen liegen die Liebenden mit einem Apple iPhone statistisch gesehen vor Blackberry (8) und Android (6), das belegt eine aktuelle Studie der amerikanischen Partnervermittlung OKCupid. Fast unbemerkt hat sich unser Leben durch die Präsenz von Personal Media, das mobile Internet, verändert. Nicht nur in den USA. Nicht nur im Privaten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heute hat jedes fünfte Kind in Deutschland zwischen fünf und neun Jahren ein eigenes Handy, 2005 hatte nur jedes 16. Kind ein Mobiltelefon. Auf 82 Millionen Einwohner kommen 100 Millionen aktive Handys. Das mobile Internet wird schon in gut einem Jahr von zehn Prozent der Bundesbürger genutzt werden, so die Otto Group Studie von Google, TNS und Trendbüro. Wir leben bereits in zwei Wirklichkeiten. Fernanwesenheit ist uns längst vertraut. Aktuell aber findet ein Wertewandel statt. Menschen, Unternehmen und die Gesellschaft sollten sich Gedanken machen, wie sie in der medialen Netzwerkgesellschaft zukünftig leben und arbeiten wollen. Die Hauptaufgabe wird es sein, die eigene Zeit lustvoll und zugleich ökonomisch erfolgreich zu nutzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Unternehmen im Aufwachraum: ratlos&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neue Technologien und Social Media haben es möglich gemacht, dass einzelne unzufriedene Kunden einen globalen Medienfeldzug gegen ein Unternehmen führen können. Unternehmen und ihre Marken erleiden einen nachhaltigen Schaden, wenn sie nicht in Echtzeit reagieren können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Greenpeace-Kitkat-Kampagne gegen Nestlé ist noch gut in Erinnerung. Für das Unternehmen war die interne Kontrolle über abgestimmte Verlautbarungen wichtiger als eine schnelle Gesprächsbereitschaft. Dadurch gewann die Greenpeace-Kampagne viel Zeit. Ihre Meinungsmacht über Twitter, Facebook und YouTube vervielfältigte sich mit jeder Sekunde, und das global. Spät hat Nestlé reagiert. Die Zeit, die zur internen Meinungsbildung benötigt wurde, entsprach nicht mehr der Aufmerksamkeitsökonomie der Netzwerkgesellschaft. Zu spät war das Unternehmen bereit, zu versprechen, den Regenwald zu schützen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den meisten Firmen gibt es noch kulturelle Widerstände, die eigenen Mitarbeiter technologisch so auszurüsten, dass sie unter den neuen Medienbedingungen effizient arbeiten können. Persönliche Soft- und Hardware für digitale Netzwerkmedien sind häufig nur dem Management zugänglich. Im Zweifelsfall sitzen die Bremser für die Integration von Personal Media in den IT-Abteilungen und setzen auf Sicherheit statt auf Vertrauen. Es gilt aber, Abschied zu nehmen von alten Vorschriften und Verboten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Abliefern von privaten Smartphones beim Betreten des Unternehmens ist Ausdruck des Misstrauens gegenüber den eigenen Mitarbeitern. Das Verbot, Social Media während der Arbeitszeit zu nutzen, verkennt die Integration von Arbeits- und Freizeit. Märkte sind Gespräche, und diese finden heute vor allem in den Dialogen von Social-Media-Angeboten statt. Ihr Einfluss wächst täglich. Allein Facebook hatte im Juli des Jahres 500 Millionen aktive Nutzer. Zum Jahreswechsel 2010/11 werden nach einer Prognose des Unternehmens mehr als eine Milliarde User auf Facebook sich selbst vermarkten, Kontakte knüpfen und Meinungen bilden. Bereits jetzt ignorieren 66 Prozent der unter 30-jährigen Mitarbeiter in Deutschland die firmeninterne Datensicherheit, um auf Facebook &amp;amp; Co während der Arbeitszeit kommunikationsfähig zu bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jeder im Management weiß, dass die Zeit und nicht der Ort in einer globalen Wirtschaft zum wirklichen Wettbewerbsfaktor geworden ist. Erreichbarkeit und nicht Anwesenheit zählt. Schnelligkeit und nicht mehr die Nähe entscheidet zunehmend über den Erfolg. In den Führungsetagen der Unternehmen ist das Modell der Arbeitskultur von morgen heute schon selbstverständlich: in Hierarchien leben, vernetzt denken und im Rahmen der vereinbarten Unternehmensziele eigenverantwortlich schnell handeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Informationsgier kontra Zeit: Flow.Control.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn 48 Prozent der Amerikaner nachts ihren Facebook- oder Twitter-Account kontrollieren, wird klar, wie wichtig das Zusammenspiel von Information und Zeit geworden ist. Die Lust, angeschlossen zu bleiben, verbündet sich mit der Angst, ausgeschlossen zu werden. Es entsteht eine Gier nach Informationen, und diese erzeugt Stress. Nicht umsonst hat der Blackberry den Spitznamen „Crackberry“ bekommen. Permanente Kommunikation macht süchtig. In Deutschland schlagen die Krankenkassen schon Alarm. Die psychischen Krankheiten nehmen überproportional zu. Als einer der Auslöser wird der multimediale Stress am Arbeitsplatz und das Stand-by-Leben angesehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die romantische deutsche Antwort auf das Thema „Information-Overload“ heißt Verzicht. Vogel Strauß hätte keine bessere Lösung des Problems anbieten können. Die Bestseller „Brief an mein Leben“ von Miriam Meckel zum Thema Burn-out, „Ich bin dann mal offline“ von Christoph Koch oder gleich „Mein halbes Jahr offline“ von Alex Rühle sind nicht zufällig so erfolgreich geworden. Sie sind Zeichen für eine gewaltige tektonische Verschiebung, die gerade unter unseren Füßen stattfindet. Die meisten aber spüren sie nicht einmal, noch nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aktive plus passive Medien: Informationslogistik &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolutionen unseres Alltags kommen nicht mehr wie noch bis in das 20. Jahrhundert als angsteinflößende Ungeheuer daher wie Bahn, Auto und Flugzeug. Stattdessen erscheinen sie als freundliche Helfer und modische Trends, so der Philosoph Burkhard Spinnen. Trotzdem geht es bei diesem Strukturwandel um Macht. Nach der Eroberung von Land, See, Luft und Weltraum entscheidet zukünftig die Herrschaft über die Zeit. Die digitalen Netzwerkmedien und die sich daraus entwickelnde globale Informationsflut bewertet den Faktor Zeit neu. Das Informationsvolumen explodiert mit der Logik der Internetzeit. Ein Menschentag aber hat immer noch 24 Stunden. Aus „just in time“, der analogen Industriekultur, wird die „real time“ der digitalen Netzwerkökonomie. Der Augenblick zählt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zukunft liegt nicht in der Rückkehr zu den Lösungen der Vergangenheit. Eine ausgewogene Work-Life-Balance war schon immer ein unrealistisches Ziel. Die Sehnsucht, weniger zu arbeiten, hat sich nie erfüllt. Die Integration von Arbeit in das eigene Leben verspricht weniger Stress und steigert die Produktivität. Es ist sinnvoller, den Tag um die aktuelle Arbeit herum zu organisieren, als zu versuchen, die ideale Vorstellung des eigenen Tagesablaufs zu realisieren. Entschleunigung bringt nicht die erhoffte Lösung. Wir werden nicht darum herumkommen, unsere eigene Informationslogistik zu organisieren. Passive Medien wie E-Mail gilt es mit der aktiven Kommunikation von Telefongesprächen und Meetings intelligent zu vernetzen, Wartezeiten zu nutzen und soziale Momente zu schützen. Selbstbestimmung in der Netzwerkgesellschaft heißt: Ziele setzen, Filter finden, Zeit definieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ressource der Zukunft: Echtzeit &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unternehmen konnten bisher nicht in Echtzeit kommunizieren. Es war bislang weder technologisch noch ökonomisch möglich, spontan mit Kunden zu kommunizieren. Social Media haben beide Mauern gesprengt. So organisiert der Microblogging-Dienstleister Twitter eine spontane Medienöffentlichkeit zu Nullkosten. Das US-Handelshaus für Unterhaltungselektronik, Best Buy, hat die Chancen der Zeit erkannt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um auf das permanente Gezwitscher der Kunden bei Twitter reagieren zu können, hat Best Buy ein firmeneigenes Microblogging-System entwickelt: Twelpforce (Tw-itter-H-elpforce). Seit dem Sommer 2009 können 2.500 Mitarbeiter direkt auf Kundenwünsche und Beschwerden antworten. Der IT-Abteilung ist es gelungen, die geschlossene hausinterne Dateninfrastruktur sinnvoll mit dem öffentlichen Twitter-Netzwerk zu verbinden, ohne die Sicherheit der eigenen Server zu gefährden. Mitarbeiter aus den Abteilungen Verkauf, Service und Marketing kombinieren seit dem Sommer letzten Jahres ihr Wissen auf Twelpforce. Jeder von ihnen kann persönlich und ohne Rücksprache mit seinen Vorgesetzten oder der Pressestelle direkt mit den Kunden kommunizieren und ihnen Hilfe anbieten. Das Unternehmen verlagert seine Kundenkommunikation in die Freizeit seiner Mitarbeiter. Durch die große Zahl der teilnehmenden Mitarbeiter entsteht eine permanente Kommunikationsbereitschaft von Best Buy, ohne dass der Einzelne übermäßig in seiner persönlichen Freizeit belastet wird. Der Erfolg dieser Echtzeitkommunikation ist überwältigend: zufriedene Kunden und steigende Umsätze bei Best Buy.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img class="alignnone" title="Twelpforce bei Twitter" src="http://www.trendtag.de/wp-content/uploads/twitter_twelpforce.jpg" alt="" width="630" height="370" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Quelle:&lt;a href="http://twitter.com/TWELPFORCE" target="_blank"&gt; Twelpforce Best Buy (twitter)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Allein schießt man Tore, gemeinsam erzielt man Siege &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch spielen defensive Unternehmen gegen offensive Kunden. Die Mannschaft der Kunden hat aber eine neue Spieltaktik gelernt. Sie hat sich selbst trainiert. Sie beherrscht bereits das Zusammenspiel im Web 2.0. Individuelle Spielfreude, Schnelligkeit im Networking und eine klare Zielorientierung definieren ihre neue Spieltechnik. Unternehmen können von ihren Kunden und Mitarbeitern lernen. Das strategische Passspiel wird wichtiger als das selbstverliebte Dribbling.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Manager sollten wie Fußballtrainer sein. Sie trainieren ihre Mitarbeiter wie Spieler und motivieren ihre Mannschaft. Jeder Spieler hat seine besondere Fähigkeit und Aufgabe, aber entscheidet auf dem Spielfeld über seinen Einsatz autonom. Einfache Regeln, klare Sanktionen, individuelle Leistungen und kollektives Mannschaftsspiel entscheiden über Sieg oder Niederlage. Das Geheimnis der Erfolgreichen heißt Flow.Control.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Peter Wippermann&lt;br /&gt;
Gründer Trendbüro&lt;br /&gt;
Professor für Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität, Essen&lt;/p&gt;
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		<author>
			<name>smosebach</name>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Columbus Challenge zu Gast beim 15. Deutschen Trendtag. Gesunde Autos. Gesunde Energie. Verbraucher-Aufklärung im Spiel. Neue Allianz.]]></title>
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		<id>http://www.trendtag.de/?p=1445</id>
		<updated>2010-08-09T08:25:19Z</updated>
		<published>2010-08-05T10:14:13Z</published>
		<category scheme="http://www.trendtag.de" term="Allgemein" />		<summary type="html"><![CDATA[Freuen Sie sich auf eine Ausstellung und eine mögliche Probefahrt mit den Autos AUDI R8 E-TRON, TESLA ROADSTER oder E-RUF GREENSTER während des Trendtags.<br /><br />

Gesunde Autos. Zukunft durch Herkunft.<br /><br />

Wie die Katastrophe im Golf von Mexiko zeigt, beherrscht die Öl-Industrie die von ihr selbst entwickelten Techniken nicht mehr. Nach 100-jähriger Pause kehrt die Menschheit zurück auf den Pfad der Nachhaltigkeit (sustainability). ]]></summary>
				<content type="html" xml:base="http://www.trendtag.de/blog/columbus-challenge-zu-gast-beim-15-deutschen-trendtag/">&lt;p&gt;Freuen Sie sich auf eine Ausstellung und eine mögliche Probefahrt mit den Autos AUDI R8 E-TRON, TESLA ROADSTER oder E-RUF GREENSTER während des Trendtags.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
Gesunde Autos. Zukunft durch Herkunft.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie die Katastrophe im Golf von Mexiko zeigt, beherrscht die Öl-Industrie die von ihr selbst entwickelten Techniken nicht mehr. Nach 100-jähriger Pause kehrt die Menschheit zurück auf den Pfad der Nachhaltigkeit (sustainability). IT-Pioniere bescheren uns dabei den Zukunftsgewinn. Sie sind gleichsam das „Columbus 2.0-Kollektiv“. Zukunft durch Herkunft. (Frage: Wie sähe die Welt heute aus, wenn man seinerzeit alle Kraft in die bereits bekannten IT-und Speichertechnologien investiert hätte. Ist die Menschheit im Öl-Zeitalter einem Technologie-Irrtum aufgesessen?)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Technologieführerschaft liegt also heute bei der Telekommunikations- und  IT-Industrie. Ihre Produkte unterstützen die Rückkehr der Menschheit zur nachhaltigen Lebensführung. Chips und Software treiben die Förderung, Speicherung und Verteilung von Energie aus Sonne und Wind und verhelfen so dem Gesunden Auto (Elektromobil) zum verdienten Durchbruch (auch Johann Sebastian Bach war von seiner Zeit vergessen und wurde erst ein Jahrhundert später vom Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy wieder entdeckt). Das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Neue Allianzen für das 21. Jahrhundert. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Öl-Zeitalter ist am Ende und damit auch deren Allianzen. Die neue Allianz ist die aus IT-Telekommunikations- und Strom (Speicher-)wirtschaft. In ihr werden auch die netzwerkfähigen, intelligenten E-Fahrzeuge für die Zukunfts-Märkte der Welt (Asien) entwickelt und hergestellt. Deren bekanntesten Protagonisten heißen Ex-PayPal Manager Elon Musk (Tesla), Ex-SAP-Vorstand Shai Agassi (betterplace), die IT-Pioniere Steve Jobs (Apple) oder Larry Page (Google).  Sie alle und Zig-Tausende IKT-Ingenieure arbeiten derzeit weltweit an intelligenten, vernetzbaren und preiswerten Lösungsmodulen eines künftigen E-Car-Systems dessen Geburt aus der Welt des „Mobile Life“ der Smart Phones, Social Networks und fragmentierten Medien (wie etwa You Tube) gerade vorbereitet wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stand bei der Erfindung des Autos wie wir es kennen die Pferde-Kutsche Pate, so ist es heute das Karossendesign des Ölzeitalters wie etwa beim Tesla. E-Autos brauchen keinen Kühler. Ein „Gesundes Auto“ &amp;#8211; wie wir es nennen – also ein E-Car &amp;#8211; wird Bestandteil des „mobile lifestyles“ dessen Ikone seit 2007 das smart phone ist. Es wird sich bis zum Jahr 2014 1,8 Milliarden Mal verkauft haben. Smart Phones und Web haben unseren mobilen Raum massiv erweitert: international und intelligent vernetzt. Und zu diesem „mobile lifestyle“ passt eben ein weiteres Endgerät:  das Gesunde Auto – gleichsam das „ I-Phone auf Rädern“ &amp;#8211; intelligent, leise und gespeist mit Gesunder Energie aus ebenso intelligenten Netzen (Smart Grids) mit Strom aus Sonne und Wind.  Künftig wird dieser Strom „gehostet“ in mobilen und stationären Speichern für den persönlichen Bedarf: zuhause und unterwegs – egal ob für Smart Phone, Smart E-Car oder andere Smart-Haushaltsgeräte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie wir es bereits beim Handy erleben konnten, wird der Besitz eines solchen „Smart-E-Cars“ von dessen Nutzung entkoppelt. Die Realisierung dieser neuen Produktwelt geht einher mit einfachen Geschäftsmodellen wie dem Mobility Roaming. In Deutschland werden Millionen von E-Fahrzeugen an den Markt kommen, weil diese Neue Energiewirtschaft (Solar- und Windkraft) auf deren Speicher (Batterien) angewiesen sein wird (Lastsicherheit). In weniger als zwei Generationen (bis 2050) kommt auch in Deutschland der Strom ausschließlich aus Sonne und Wind! Passé ist dann die Welt, wie wir sie kannten (Elmar Altvater). Innerhalb des ersten Halbjahres 2010 haben sich die Zulassungszahlen für Gesunde Autos in Deutschland verdoppelt – in Hinblick auf dem Gesamtbestand von ca. 48 Millionen Fahrzeugen auf geringem Niveau. Gestützt wird der Konsumwunsch nach einem Gesunden Auto in aktuellen Verbraucher-Studien in aller Welt. Unisono bekunden dort Konsumenten ihre „Liebe zum Elektroauto“ (ADAC, Ernst&amp;amp;Young).  Der Grund ist einfach: E-Cars machen Mobilität auch wieder preiswert. 80% weniger Kosten heißt eben 100% mehr Freude (&amp;#8230; am Fahren)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Columbus Challenge hört auf die Wünsche der Verbraucher. Weltweit. Neben Aufklärung&lt;br /&gt;
durch Spiel und Beteiligung fördert Columbus Challenge eine neue Allianz aus Strom-, IT- und Mobile Living-Wirtschaft und deren Produkte. Fördern Sie mit: www.columbus-challenge.com. Werden sie Partner. 125 Jahre nach der Erfindung des Verbrennungsmotors. Im Frühjahr 2011 geht es los.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hamburg, den 3. August 2010&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jobst Büscher&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img title="Jobst Buescher Columbus Challenge" src="http://www.trendtag.de/wp-content/uploads/jobst_buescher.jpg" alt="" width="200" height="280" /&gt;&lt;/p&gt;
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		<author>
			<name>smosebach</name>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Peter Wippermann  „Reden bringt Gold, Schweigen wird bestraft – Kommunikationsstrategien in der Netzwerkökonomie“]]></title>
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		<updated>2010-07-30T12:46:27Z</updated>
		<published>2010-07-29T11:53:31Z</published>
		<category scheme="http://www.trendtag.de" term="Allgemein" />		<summary type="html"><![CDATA[Stellen Sie sich vor, Sie veranstalten einen Workshop für die Leitungselite Ihres Unternehmens. Die Rolle des Internets soll analysiert und die zukünftige Kommunikationsstrategie entwickelt werden. Sie machen zu Beginn eine TED-Umfrage. Das Ergebnis ist überraschend. Fast alle sind sich einig: Das Internet ist die Infrastruktur des 21. Jahrhunderts.
Sie kommen gemeinsam auf viele neue Ideen. Mit <a href="http://www.trendtag.de/blog/peter-wippermann-reden-bringt-gold-schweigen-wird-bestraft/">mehr&#160;...</a>]]></summary>
				<content type="html" xml:base="http://www.trendtag.de/blog/peter-wippermann-reden-bringt-gold-schweigen-wird-bestraft/">&lt;p&gt;Stellen Sie sich vor, Sie veranstalten einen Workshop für die Leitungselite Ihres Unternehmens. Die Rolle des Internets soll analysiert und die zukünftige Kommunikationsstrategie entwickelt werden. Sie machen zu Beginn eine TED-Umfrage. Das Ergebnis ist überraschend. Fast alle sind sich einig: Das Internet ist die Infrastruktur des 21. Jahrhunderts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie kommen gemeinsam auf viele neue Ideen. Mit Ihren Mitarbeitern und Kunden wollen Sie im permanenten Gespräch bleiben. Sie sprechen über das mobile Internet, über Blogging und Twitter. Begeistern sich für den Einsatz von rechtssicheren De-Mail-Dokumenten. Sie stellen fest, dass die Entwicklungszeiten und die Entwicklungskosten permanent steigen, die Vermarktungszeiten aber immer kürzer werden. Abhilfe versprechen Sie sich von den Innovationsbörsen, wie sie Procter &amp;amp; Gamble beispielhaft mit „connect + develop“ eingeführt hat. Das Problemlösungsangebot „Innocentive“ ist Anregung für alle Problemsucher, die eine offene Plattform bevorzugen. Für die hausinterne Nutzung halten viele die Projektentwicklungsplattform „amazee“ für ideal. Die Kommunikationsstrategie Ihres Unternehmens wird diskutiert, als könnte man sie neu erfinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige Vorschläge kreisen um Location-Based Services, die Ihre Dienstleistungen vor Ort kundengerecht revolutionieren könnten. Andere beschäftigen sich mit dem Web 2.0 und seinen Social-Media-Angeboten. Die kommerzielle Nutzung von Facebook, mit seinen 500 Millionen privaten Nutzern, fasziniert Sie. Die sozialen Netzwerke zur Pflege von Businesskontakten, wie LinkedIn oder Xing, werden nicht nur für das Employer-Branding vorgeschlagen, sondern als Vertriebskanal unter Entscheidern. Ihr Ziel ist die projektmäßige Zusammenarbeit von Mitarbeitern und Kunden in Echtzeit. Das macht für Sie die Wertsteigerung der Kommunikation von morgen aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ja, Sie überlegen sogar, wie Sie die modulare Produktion einer massenhaften Maßanfertigung in einer neuen digitalen Fabrik realisieren können. Das Herauslösen von Gliedern der Wertschöpfungskette würde die Gewinne Ihres Unternehmens drastisch erhöhen. Eine Vorfinanzierung der Produktion durch die Kunden könnte Sie unabhängiger von den Finanzmärkten machen. Unternehmen wie Nike sind über die Homepage NIKEiD seit Jahren in der kundenindividuellen Massenproduktion erfolgreich. Das spornt Sie an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie beschränken sich nicht auf das Senken von Kosten, sondern wollen diese ganz vermeiden. Prozesse und Produkte sollen aus der Sicht des Kunden neu gestaltet werden. Sie haben viele interessante Vorschläge für Projekte. Sie stimmen noch über die Bedeutung der einzelnen Vorschläge ab, dann sind Sie hochzufrieden mit sich und dem kollegialen Brainstorming.&lt;/p&gt;
&lt;p style="margin-top: 38px;"&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wir wollen Dinge nicht erkennen,&lt;br /&gt;
wenn wir sie emotional nicht wahrhaben wollen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit. Die entscheidende Frage wird gestellt: „Wer realisiert diese Ideen? Welche Abteilung übernimmt die Projektentwicklung? Wer organisiert das Change-Management-Projekt Web 2.0?“ Schweigen. Keiner meldet sich freiwillig. Es fehlt einfach die Zeit. Alle sind voll ausgelastet. Mehr geht nicht. Die emotionale Priorität hat die Tagesarbeit. Das Heute bleibt wichtiger als das Morgen.&lt;br /&gt;
Dann kommt die Erlösung von oben. Die Autorität stellt fest, dass das Internet doch auch nur ein Medium ist. Medienarbeit aber sei doch schließlich Sache der Bereiche Kommunikation und Marketing. Man spürt die kollektive Erleichterung im Raum. Es gibt sie noch, die gute alte Arbeitsteilung. Es gibt auch in Ihrem Unternehmen Spezialisten und klare Verantwortlichkeiten. Es gibt Sie.&lt;/p&gt;
&lt;p style="margin-top: 38px;"&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wir können Dinge nur erkennen,&lt;br /&gt;
die eine Sprache sprechen, die wir verstehen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie sind Held der Kommunikation. Sie haben das Zeug zum Trainer und Sparringspartner. Sie wissen, dass es nicht mehr reicht, Informationen zu sammeln und zu verbreiten. Sie haben gelernt zu kommunizieren. Sie sind der Dolmetscher zwischen dem Monolog der Arbeitsteilung und dem Dialog der Zusammenarbeit. Sie sind der Change-Manager, der die Möglichkeiten von Web 2.0 kennt und im Unternehmen systemisch bekannt machen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie sprechen die vielen Sprachen der Fachabteilungen und kennen die Zugangscodes zu den Spezialisten. Über Fakten, Zahlen und Statistiken informieren Sie das Management und die Finanzwelt. Storys und Mythen prägen Ihren Gedankenaustausch mit den Mitarbeitern und Gewerkschaften. Durch starke Bilder erzeugen Sie große Gefühle bei Kunden und Politikern. Sie wissen am besten um die Bedeutung von offenem Gedankenaustausch, von Kooperation und Innovationen. Das macht Sie zum Kommunikations-Coach.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ihre Kernkompetenz heißt: vorschlagen, zuhören und antworten. Sie wissen aber auch um die Macht der Software und können sie sinnvoll einsetzen. Ihr Erfolg wird zum Synergiespiel von Kultur und Technologie. Die permanente Kombination unterschiedlichster Fähigkeiten, Tätigkeiten und Erfahrungen ist Ihr Metier. Sie steigern die Kommunikationsbereitschaft, erhöhen die Flexibilität und beschleunigen die mediale Dynamik des Unternehmens.&lt;/p&gt;
&lt;p style="margin-top: 38px;"&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wir können nur etwas erkennen,&lt;br /&gt;
wenn es für unser persönliches Zukunftsbild interessant ist.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Entlernen wird zur wichtigen Tugend. Der Blick in den Rückspiegel der eigenen Erfolge wird für Mitarbeiter und Unternehmen zunehmend kontraproduktiv. Die Verfallszeiten von Fachwissen werden immer kürzer, deshalb müssen Sie in der Lage sein, das Wissen, das Ihnen gerade noch nützlich erschien, aufzugeben. Nur wer den persönlichen Realitätstunnel verlassen kann, ist bereit für neue Horizonte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeitswelt wird nicht nur täglich komplexer, die rasend schnelle technische Evolution lässt erlernte Fähigkeiten auch immer schneller veralten. War das Silodenken in der Industriekultur der Schlüssel zum ökonomischen Erfolg, passt er für den Zugang zur Netzwerkökonomie nicht mehr. Die Gatekeeper der alten Matrix verlieren ihre Macht, wenn aus der Hierachie ein Netzwerk wird. Dialoge auf Augenhöhe erfordern Vertrauen, Transparenz und vor allem gemeinsame Ziele.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Internet ist kein zusätzlicher Medienkanal. Kommunikationsstrategen müssen entlernen lernen. Sie müssen erkennen, dass es nicht nur um interne und externe Öffentlichkeitsarbeit geht. Interaktive Netzwerkmedien sind zur zweiten Realität geworden. Sie berichten nicht mehr über die Welt, sondern bilden ein virtuelles Paralleluniversum. Unter Internetbedingungen wird das Privatleben zum Softwareprogramm. Vernetzte Datenbanken sind die Fabriken der virtuellen Wirtschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p style="margin-top: 38px;"&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Internet wird das Organisationsmodell der traditionellen Unternehmen infrage stellen oder sogar zerstören. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Säulen in der Hierarchie der Matrixorganisationen sind immer noch stabil. Mentale Oberbefehlshaber stellen nach wie vor Regelwerke auf. Das Controlling überprüft noch immer erfolgreich Soll-Ist-Abweichungen und steigert die Effizienz wiederholbarer Abläufe. Für eine vernetzte, dynamische und globale Wirtschaft geht es aber künftig um Flexibilität. Aktionsstruktur und Prozessflexibilität werden zum Wettbewerbsfaktor. Innovationen in der technologischen Struktur des Internets, wie Cloud-Computing, verändern seine ökonomische Nutzung. Die Trennung von lokaler und netzbasierter Datenhaltung ist verschwunden. Die Qualität von Prozessgemeinschaften löst die klassische Produktionsgemeinschaft ab. Marketing und Verkaufen verbinden sich. Kunden werden zu Mitarbeitern auf Zeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Thema Transparenz und Vertrauen unter Bedingungen von Social Media stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Don Tapscott, Management-Professor an der Universität Toronto, kommentierte treffend die Situation: „Das Unternehmen ist nackt. Und wer keine Kleider trägt, sollte wenigstens eine gute Figur machen.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jeder, ob Mitarbeiter oder Kunde, kann jetzt auch ohne Programmierkenntnisse seine Informationen, Meinungen, Bilder und Dokumente global verbreiten. Das Vorsprungswissen der Kommunikationsspezialisten sieht sich plötzlich herausgefordert von der Schwarmintelligenz der breiten Massen. Nutzer und Experten reden jetzt auf Augenhöhe miteinander. Aber am liebsten plaudern Nutzer untereinander. Sie reden über Marken, Produkte und Services, aber nicht mit den Produzenten und Dienstleistern, sondern über sie. Unternehmen müssen zuhören lernen. Die neuen Social-Media-Analysen geben hier erste Hilfestellung. Erst wer weiß, worüber gesprochen wird, kann mitreden. Wer nicht antwortet, fliegt raus.&lt;/p&gt;
&lt;p style="margin-top: 38px;"&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Persönlich sind wir schnell bereit, uns den neuen Gegebenheiten anzupassen.&lt;br /&gt;
Aber als Unternehmen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben uns privat daran gewöhnt, jederzeit erreichbar zu sein. 110 Millionen Mobilfunkverträge bei 82 Millionen Deutschen machen den Trend zum Zweithandy deutlich. Die Summe aller Handy-Gesprächsminuten im Jahr ist auf 169 Milliarden Minuten gestiegen und hat sich seit 2005 mehr als verdoppelt. Die permanente Fernanwesenheit ist zum Lifestyle geworden. Das persönliche Zukunftsbild verbindet Individualität mit Zugehörigkeit und mediale Nähe mit Freiheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jederzeit individuelle, ortsbezogene Daten in Echtzeit nutzen zu können ist für die Business-Elite heute schon selbstverständlich geworden. Die Vernetzung von Arbeit und Freizeit ist für viele angestrebte Realität. Die alte Idee des Homeworking feiert als Mobile Working eine Wiedergeburt. Das mobile Internet ist der Arbeitsplatz in der Hosen- oder Handtasche. In zehn Jahren wird die Hälfte des gesamten Datenverkehrs im mobilen Internet erwartet. Ein Doppelleben in der ersten und zweiten Wirklichkeit wird die Kommunikationsrealität von übermorgen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Peter Wippermann&lt;br /&gt;
Gründer Trendbüro&lt;br /&gt;
Professor für Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität, Essen&lt;/p&gt;
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			<name>smosebach</name>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[David Bosshart„Lassen wir einfach mal Hoffnung spielen.“]]></title>
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		<updated>2010-07-23T08:30:30Z</updated>
		<published>2010-07-22T15:21:02Z</published>
		<category scheme="http://www.trendtag.de" term="Interview" /><category scheme="http://www.trendtag.de" term="Autoren" /><category scheme="http://www.trendtag.de" term="Speaker" />		<summary type="html"><![CDATA[Dr. David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) für Wirtschaft und Gesellschaft, Rüschlikon/Zürich, spricht mit dem Deutschen Trendtag über „Flow Control“ und darüber, wie man mit „hybridem Denken“ Widersprüche zu erfolgreichen Geschäftsmodellen vereint. ]]></summary>
				<content type="html" xml:base="http://www.trendtag.de/blog/david-bosshart-lassen-wir-einfach-mal-hoffnung-spielen/">&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Flow.Control. ist das Thema des 15. Deutschen Trendtags im September. Warum ist aus Ihrer Sicht dieses Thema so brisant? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Prinzip „Flow“ ist interessant, weil es in verschiedenen Bereichen auftritt: bei den Kapitalmärkten ebenso wie im Bereich der Technologie. Beschleunigung ist ein permanentes Thema ebenso wie Liquidität und Cash. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage: „Wie können wir das überhaupt noch kontrollieren?“ Märkte sind heute zunehmend global, während der Gesetzesrahmen immer noch national ausgerichtet ist. Wir haben zwischen „Flow“ und „Control“ einen sehr großen Widerspruch. Und dieser Widerspruch wird vermutlich immer größer werden. Die Anzahl der Dinge, die wir nicht mehr beherrschen, nimmt dramatisch viel schneller zu als die der Dinge, die wir beherrschen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Es geht also nicht nur um den Daten-Flow. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Technologie ist der „Flow“, der die ganze Entwicklung prägt. Technologie wird zu unserem Schicksal. Wie wir mit Technologie umgehen, entscheidet wesentlich über unseren Erfolg. Die Nutzung der Technologie bestimmt, wer und was wir sind. Wie ich Technologie nutze, ist heute viel relevanter, als welcher Ideologie ich anhänge. Ob ich ein Anhänger des nordkoreanischen totalitären Systems oder der Tea-Party und Sarah Palin bin – all das spielt eigentlich gar nicht so eine große Rolle im Vergleich zu der Frage, wie ich Technologie nutze.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
Was bedeuten diese Entwicklungen für das unternehmerische Handeln? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die entscheidende Frage lautet: „Wie kann ich mit den verrücktesten Widersprüchen umgehen?“ Dazu gehört, was man heute – ich bin sicherlich nicht der Erste gewesen, der es so genannt hat – „hybrides Denken“ nennt. Es geht darum, das traditionell hoch spezialisierte, professionelle Denken und den disziplinierten Zugang zu einem Thema aufzubrechen, indem ich versuche, in Widersprüchen zu denken. Wir haben immer nur gelernt, das eine oder das andere, aber nicht auch das Dritte zu denken. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was heißt das konkret?&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man muss wegkommen von Unipolaritäten à la „Wir wissen sowieso, wie es richtig ist!“ oder von Bipolaritäten, in denen „entweder Schwarz oder Weiß“ gilt. Es geht darum, mit diesen Widersprüchlichkeiten spielen zu lernen und nicht mehr in Ausschließlichkeiten zu verharren. Dann kommt man automatisch zu eher modularen Modellen. Wir sehen die Dinge noch zu stark ideologisch. Jemand ist ein Kapitalist oder ein Sozialist. Jemand ist ein Guter oder ein Böser. Ist nun ein Chinese, der mich kopiert, ein Guter oder ein Böser? Er ist einfach anders. Und wir müssen lernen, damit umzugehen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie zeigt sich das Spiel mit Widersprüchlichkeiten in der konkreten Unternehmenspraxis? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sehen das zum Beispiel im Pricing im Prinzip „Freemium“ – Free and Premium. Etwas ist nicht mehr ausschließlich ein Premiumprodukt, sondern gekoppelt an ein Gratisprodukt. Google kann seine Produkte gratis abgeben, weil es mit Google-Ads im Premiumbereich so viel Geld verdient, sodass es immer mehr Dienstleistungen kostenlos anbieten kann. Just for fun. Alles, was hilft, mein Unternehmen weiterzubringen, hilft mir, Kontrolle zu erlangen. Dazu muss ich aber in diesem Fall immer mehr gratis abgeben. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein anderes Bespiel wäre – zurückblickend auf einen früheren Trendtag – die Erkenntnis, dass, je mehr wir in einer global vernetzten Welt leben, der Nachbar immer wichtiger wird. Hier werden die Aspekte „global“ und „local“ zum Prinzip „glocal“. Globaler Erfolg ist nur möglich, wenn auch das Lokale gefördert und ernst genommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
Inwiefern ist auch der einzelne Konsument von solchen Widersprüchen betroffen? Wie können Unternehmen ihn unterstützen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Beispiel beim Thema der Aufweichung von Arbeitszeit und Freizeit – Stichwort „Work-Life-Balance“. Ich nenne es nur mehr „work style“. Die Frage, wie ich mein Privatleben mit der Arbeitszeit in Einklang bringe, bestimmt mein Leben im Ganzen. Der richtige „work style“ bestimmt letztendlich meinen Lifestyle. Im Hotelbereich haben wir es nicht mehr traditionell entweder mit einem Geschäftskunden oder Freizeitkunden zu tun, sondern mit einem „Bleisure“-Kunden. Er verbringt einen Teil seiner Zeit im Hotel als Business-Mensch und gleichzeitig einen Teil als Leisure-Kunde. Dieser Kunde will einen Internetzugang; er will aber auch eine Körpermassage, Sport treiben und ein Fitnessfrühstück. Man muss also Kontrolle über zwei Bereiche haben, die früher klar getrennt und dadurch sehr viel einfacher zu steuern waren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Prinzip „Hybridität“ lässt sich also überall anwenden, wo Widersprüche auftreten. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau. Sie haben auch „hybrides Kapital“ – Kapital, das weder Eigenkapital noch Schulden ist, sondern eine Mischform. Sie haben „hybride Geschäftsmodelle“, in denen es nicht um ein Produktmodell oder um ein Dienstleistungsmodell geht, sondern um eine Mischung aus beidem. Es gibt auch „hybride Automobile“, bei denen man verschiedene Antriebstechnologien kombiniert, und „hybride Software“, die auf verschiedenen Betriebssystemen läuft. Hybridität kommt in verschiedenen Bereichen immer mehr auf. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Welche Fähigkeiten benötigen Unternehmenslenker für „hybrides Denken“?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unsere Methoden und Theorien sind sehr stark angstgetrieben und daher auf „Kontrolle“ aus. Es gilt, kritisch gegenüber allem zu sein. Ich glaube nicht, dass das die Zukunft ist. Wir müssen ausprobieren und experimentieren. Ich muss bereit sein, dem anderen einen Vertrauensvorschuss zu geben, obwohl ich ihn in seiner Kultur noch nicht wirklich verstehe. Es geht also auch darum, nicht zu früh ein definitives Urteil abzugeben. Das macht uns am meisten Mühe, denn wir sind sehr stark geprägt von bestimmten Vorstellungen von Macht und Beurteilung. Lassen wir also einfach mal Hoffnung spielen, nicht die definitive Einschätzung. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mehr Gelassenheit ist demnach angesagt.&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man muss aufhören zu glauben, irgendwann habe man etwas verstanden, irgendwann habe man es wieder im Griff. Flow.Control. besteht nach meinem Verständnis gerade darin, immer mehr Dinge zu lassen, die man eben nicht mehr beherrscht. Und der einzige Weg, Kontrolle zu behalten, liegt im klugen Experiment mit dem Unbeherrschbaren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie kann man den Risiken beim Umgang mit dem Unbeherrschbaren entgehen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schöne Modelle wie &amp;#8220;freemium&amp;#8221; und &amp;#8220;glocal&amp;#8221; bedeuten immer auch, dass ich teilen muss. Das ist das Verrückte: Ich muss immer mehr weg geben. Ich muss flexibel sein in allem, was meine Anpassungsfähigkeit stärkt. Gleichzeitig muss ich mich fragen: Was ist meine Substanz? Wenn man überleben will, braucht man seine eigenen Prinzipien, die man nicht preisgeben darf. Jede starke Marke hat irgendwas, das sie nicht aufgeben darf. Wenn Apple plötzlich sagen würde: „Hmmm, Design ist uns jetzt nicht mehr so wichtig“ – dann würden sie den Kern ihrer Stärke preisgeben und vergleichbar werden. &lt;/p&gt;
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					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Der Mann, der Wissen zur Popkultur machte Jimmy Wales erhält den Millennium Vision Award des Deutschen Trendtags]]></title>
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		<updated>2010-07-23T08:31:40Z</updated>
		<published>2010-07-08T10:08:08Z</published>
		<category scheme="http://www.trendtag.de" term="Allgemein" />		<summary type="html"><![CDATA[Viele Menschen träumen davon, die Welt zu verändern. Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia, hat es getan. Er ist heute der Impulsgeber für die Zukunft von Wikipedia. Er stillte den globalen Wissenshunger, indem er die Technologie von Web 2.0 nutzte, um eine freie Enzyklopädie zu ermöglichen, an der jeder mitschreiben kann. Heute sind 15 Millionen Artikel in 240 Sprachen]]></summary>
				<content type="html" xml:base="http://www.trendtag.de/blog/jimmy-wales-erhalt-den-millennium-vision-award-des-deutschen-trendtags/">&lt;p&gt;Viele Menschen träumen davon, die Welt zu verändern. Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia, hat es getan. Er ist heute der Impulsgeber für die Zukunft von Wikipedia. Er stillte den globalen Wissenshunger, indem er die Technologie von Web 2.0 nutzte, um eine freie Enzyklopädie zu ermöglichen, an der jeder mitschreiben kann. Heute sind 15 Millionen Artikel in 240 Sprachen kostenlos abrufbar. Täglich werden es mehr. Jeder, der Zugang zum Internet hat, kann mitarbeiten. Die Qualität und die Neutralität der Inhalte werden kooperativ editiert und sind inzwischen weltweit anerkannt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer ist Wikipedia? Wir alle! &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das offene Wiki-Modell der kooperativen Sammlung und Aufarbeitung von Texten wird inzwischen erfolgreich im Wissensmanagement von Unternehmen und Institutionen eingesetzt. Die schnelle Sammlung von individuellem Wissen und die offene Diskussion über die Inhalte, Fehler oder den möglichen Nonsens bringen aktuelle, pragmatische und effektive Ergebnisse. Dynamik, Flexibilität und die sinnvolle Selbstkontrolle machen das Wiki-Modell zum Vorbild für die Netzwerkgesellschaft. Wikipedia funktioniert ganz nach den Gesetzen des Megatrends Flow.Control. Die Kultur von Vernetzung und Kooperation bei gleichzeitigem Wettbewerb führt zu Schnelligkeit und Qualität. Flow.Control. ist hier erprobte Praxis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Millennium Vision Award gehört den Zukunftsmachern.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Millennium Vision Award wird vom Deutschen Trendtag an Menschen verliehen, die eine Vision innerhalb einer Dekade vorgestellt und realisiert haben. Die Preisträger müssen eine Idee umgesetzt haben, die sozial bereichernd, technologisch innovativ, ökonomisch revolutionär und von globaler Bedeutung ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kuratoren des Preises sind: Prof. Dr. Norbert Bolz, Technische Universität Berlin, Dr. David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts, Zürich, René Schuster, CEO der Telefonica O2 Germany, München, und Prof. Peter Wippermann, Folkwang Universität, Essen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Wiki-Generation überreicht den Preis.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Klasse 7b des Albert-Schweitzer Gymnasiums in Hamburg wird den Preis an Jimmy Wales überreichen. Die Schüler der Klasse 7b, die kürzlich bei einer Fernsehshow des Senders ARD/Ki.Ka den Titel „Die beste Klasse Deutschlands“ errangen, zählen zu den Digital Residents. Sie sind mit dem digitalen Zugang zu freiem Wissen aufgewachsen. René Schuster, CEO der Telefónica O2 Germany, hält die Laudatio und spricht über die Zukunft von Bildung unter den Bedingungen des mobilen Internets.&lt;/p&gt;
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		<author>
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					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Dr. Eckart von Hirschhausen„Es braucht den Mut, das Scheitern als Teil des Prozesses zu umarmen.“]]></title>
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		<updated>2010-07-23T08:34:14Z</updated>
		<published>2010-07-05T08:18:51Z</published>
		<category scheme="http://www.trendtag.de" term="Allgemein" /><category scheme="http://www.trendtag.de" term="Autorenbeiträge" /><category scheme="http://www.trendtag.de" term="Interview" /><category scheme="http://www.trendtag.de" term="Autoren" /><category scheme="http://www.trendtag.de" term="Speaker" />		<summary type="html"><![CDATA[Eckart von Hirschhausen, studierter Mediziner und erfolgreicher Kabarettist, erzählt im Interview mit dem Deutschen Trendtag von Motorradfahrern, Bergsteigern und Pinguinen – und davon, wie wichtig das richtige Element für den Flow ist. 
]]></summary>
				<content type="html" xml:base="http://www.trendtag.de/blog/dr-eckart-von-hirschhausen-es-braucht-den-mut-das-scheitern-als-teil-des-prozesses-zu-umarmen/">&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Thema des 15. Deutschen Trendtags ist „Flow Control“. Ihr eigenes Buch über das Glück ist ein Bestseller. Ist Glück mit Flow gleichzusetzen? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kernidee von meinem Buch „Glück kommt selten allein“ lautet: Glück ist nicht ein Gefühl, sondern fünf verschiedene. Flow ist gleichzusetzen mit einer Glücksart, dem erfüllten Tun. Flow hat aber wenig mit dem Glück der gelassenen Entspannung oder dem Glück der Gemeinschaft zu tun. Das klassische Beispiel für Flow sind die Bergsteiger, die an der Wand ganz in ihrem Element sind und so konzentriert im Hier und Jetzt, dass sie Zeit und Raum und Steuererklärung vergessen. In diesen Momenten sind die Menschen aber nicht subjektiv glücklich, sie sind viel zu fokussiert, um sich überhaupt diese Frage zu stellen. Das Glück kommt erst im Nachhinein. &lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kann man Glück managen? Kann man den Flow steuern? Wenn ja, wie?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Klar! Je besser man sich und seine Stärken kennt, desto mehr kann man seine Aufgaben und Herausforderungen daran anpassen – in einer idealen Welt. Das ist bei selbsttätiger, kreativer Arbeit natürlich leichter als in einer fremdbestimmten Situation. Zentral ist das Gefühl der Selbstwirksamkeit und Kontrolle der Randbedingungen und Rückmeldung. Ein Beispiel: Motorradfahrer berichten oft von Flow-Erlebnissen. Kein Wunder: Der Motorradfahrer hat mit seinem Lenker alles im Griff. Bei gerader Strecke kann er beschleunigen, bei Kurven verlangsamen. Und er bekommt sehr schnell Rückmeldung, wie gut er das macht. Und wenn er es nicht so gut macht, hat der Neurochirurg an dem Tag noch ein Flow-Erlebnis, dann ist der konzentriert bei der Sache. Von außen betrachtet erleben ein Motorradfahrer und sein Sozius auf dem Beifahrersitz die gleiche Landschaft. Aber in den Köpfen existieren im wahrsten Sinne zwei parallele Wirklichkeiten. Der Lenker ist im Flow, der Beifahrer in Angst. Er hat keine Steuerung, ist abhängig von dem Geschick eines anderen. Das ist so grob der Unterschied zwischen Freiberufler und Angestelltem.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sie vergleichen Ihren eigenen Wechsel vom Mediziner zum Kabarettisten als Sprung ins richtige Element – ähnlich wie ein &lt;a href="http://www.hirschhausen.com/glueck/pinguingeschichte.php"&gt;Pinguin&lt;/a&gt;, der sich im Wasser ungleich wohler zu fühlen scheint als an Land. Wenn Sie zurückblicken: Was war schwierig für Sie? Was hindert viele Pinguine/Menschen daran, ins Wasser/in ihr Element zu springen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dabei geholfen hat mir, dass ich nicht wegwollte von etwas, sondern hin zu etwas. Ich habe mich schon jahrelang parallel zu meinem Studium für Kabarett interessiert und als Conférencier und Zauberkünstler die ersten Schritte auf die Bühne gemacht. Der Erfolg kam, als ich kapierte, dass ich mein medizinisches Wissen und die Erfahrungen als Komiker zu etwas kombinieren kann, was es bis dahin noch nicht gab: medizinisches Kabarett als Show, als Buch, als TV-Format. &lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was hilft, sind Orte, an denen man sich ausprobieren kann, ohne dass gleich die ganze Existenz auf dem Spiel steht. Für mich waren das kleine Bühnen in Berlin, wo ich durch Versuch und Irrtum besser werden konnte. Es braucht Mut, sich auszuprobieren, und Mut, das Scheitern als Teil des Prozesses zu umarmen. Wenn wir erst als Erwachsene das Laufen lernen würden, wären wir umgeben von Menschen, die krabbeln und meckern würden: „Ich hab das mit dem aufrechten Gang echt probiert, muss aber nach den drei Versuchen einfach mal dazu stehen: Stehen ist nicht mein Ding.“&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sie sind aber auch Trainer für Manager und Entscheider. Was lernen Ihre Schüler über das Glücklichsein im Beruf?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Zufriedenheit mit sich und seiner Arbeit gelingt, wenn ich einen übergeordneten Sinn in meinem Tun erkenne. Ich weiß, warum ich mich einsetze, ich habe ein Ziel, ich erschaffe etwas, was über mich hinausweist und über mich hinaus existiert. Ich erlebe meinen Beruf als ein Stück Berufung. In vielem kann man statt das Wort „Glück“ das Wort „Sinn“ einsetzen, und es stimmt immer noch. Victor Frankl hat auf diese Dimension sehr deutlich hingewiesen. Die fehlt vielen Führungskräften, sie spielen eine Rolle, weil sie meinen, sie müssten so sein, und entfernen sich von ihrer eigenen Vielschichtigkeit und „diversity“. &lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Und was können Manager für das Flow-Erlebnis ihrer Mitarbeiter tun?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viel ist schon erreicht, wenn man Menschen nicht demotiviert! Es braucht Transparenz der Entscheidungen und der Beförderung und die vier Ebenen der Wertschätzung: Geld, Anerkennung, Sicherheit und Aufstiegsmöglichkeit. Zentral ist die Art, wie schnell Rückmeldung erfolgt und wie persönlich und konkret. Beim schlechten Delegieren hat der Chef eine Vorstellung, wie etwas gemacht werden soll, er verrät sie aber erst hinterher, wenn es anders gelaufen ist. Flow kann nicht unter Angst und fremder Kontrolle entstehen, sondern dann, wenn in einem Erwartungskorridor der Mitarbeiter selbstbestimmt agieren kann und nicht zappeln gelassen wird: Werde ich geliebt oder nicht? Denn das wollen wir alle.&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die letzten 60 Jahre waren von grundlegenden Umwälzungen im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Bereich geprägt. Wie haben sich unsere Vorstellungen vom Glück in den vergangenen Jahrzehnten verändert? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Haben sie das? Vieles von dem, was glücklich macht, steht schon bei Jesus und Aristoteles. Was sich verändert hat, ist der Vergleich. Früher reichte es, der oder die Schönste im Dorf zu sein. Heute wollen alle aussehen wie internationale Topmodels und Schauspieler. Weil wir durch die Medien ständig völlig „unrepräsentative“ Modelle des scheinbar glücklichen Lebens angeboten bekommen, ist es schwieriger geworden, sein eigenes Modell und sein Element dagegenzusetzen. Beispiel sexuelle Befreiung: Es ist sehr viel leichter, der Gesellschaft, der Kirche und der öffentlichen Moral die Schuld zu geben, wenn man keine erfüllte Sexualität hat, als wenn alles mit allen erlaubt ist, aber keiner dich will. Die Multioptionsgesellschaft überfordert und überfährt viele.&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Überforderung durch die Allgegenwart der Medien ist seit einiger Zeit Thema im Feuilleton. Wie sehen Sie als Mediziner den Einfluss der heutigen Medien auf die Art, wie unser Gehirn arbeitet? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Internet wird räumliche durch inhaltliche Nähe ersetzt. Ich kann mich weltweit mit Gleichgesinnten vernetzen und austauschen. Aber wenn der Strom ausfällt und ich mit einem Hexenschuss im Bett liege, nutzen mir 500 Freunde bei Facebook einen Dreck. Der „digital divide“ spaltet die Gesellschaft weiter. Die Dummen werden nicht klüger, aber die sozialen und agilen werden durch die neuen Medien zum Glück auch nicht einsamer, im Gegenteil. Ein ernsthaftes Problem ist die Aufmerksamkeitsökonomie. Wie lange widme ich mich konzentriert einem Thema, einer komplexen Aufgabe? Große gedankliche Leistungen erfordern ein Maß an Komplexität, das keine ständige Unterbrechung von SMS, E-Mail und Blackberry erträgt. Moses ging noch auf den Berg, um besseren Empfang zu haben. Heute geht man in die Berge, damit man da keinen hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Interview führte Maria Angerer&lt;/p&gt;
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		<author>
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		<title type="html"><![CDATA[TrendbüroVom „Always-On“ zum „Always-In-Touch“]]></title>
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		<updated>2010-07-23T08:35:26Z</updated>
		<published>2010-07-01T04:30:21Z</published>
		<category scheme="http://www.trendtag.de" term="Allgemein" />		<summary type="html"><![CDATA[Always-In-Touch beschreibt das neue Lebensgefühl der Smartphone-Nutzer. Mit dem mobilen Internet als permanentem Begleiter verändert sich die Art wie wir kommunizieren, interagieren und konsumieren. Das zeigt die gerade erschienene Studie „GO SMART 2012: Always-In-Touch“ zur Smartphone-Nutzung 2012, die Trendbüro zusammen mit TNS Infratest für die Otto Group und Google durchgeführt hat.]]></summary>
				<content type="html" xml:base="http://www.trendtag.de/blog/trendburo-go-smart-studie/">&lt;p&gt;Das Smartphone bringt das mobile Internet auf die Überholspur. Innerhalb von nur 40 Jahren sind Computer vom Rechenzentrum auf Hosentaschengröße geschrumpft – und trotzdem leistungsfähiger denn je. Durch verlässliche Netzabdeckung mit schnellen Übertragungsraten, verbesserte Usability und sinkende Kosten sind einstige Barrieren überwunden: Die Geräteverbreitung steigt &amp;#8211; und damit auch die Nutzung. Die Tragweite dieser Entwicklung durchdringt sämtliche Lebensbereiche. Die Art, wie wir kommunizieren, interagieren und konsumieren, verändert sich drastisch. „Always-On“ als Maxime der 2000er Jahre wird zum „Always-In-Touch“.&lt;/p&gt;
&lt;p style="margin-top: 45px;"&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Welt geht smart: Das Smartphone auf Erfolgskurs&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Internet und Handy haben einen festen Platz in unserem Leben eingenommen. Im Smartphone verbinden sich nicht nur diese beiden Technologien nahtlos, sondern auch die erlernte Handy- und Internetkompetenz der Nutzer. Berührungsempfindliche Displays schaffen eine neue Intimität der Interaktion. Das Gerät tritt in den Hintergrund und lässt den Nutzer allein auf die Inhalte fokussieren. „Always-In-Touch&amp;#8221; wird das Internet zum anfassbaren Erlebnis. Diese vollkommene Akzeptanz der Technik eröffnet die Potenziale der Online-Möglichkeiten für den Alltag: Wir nähern uns einer Epoche, in der wir immer und überall im Netz sein können. Heute besitzen elf Prozent der Deutschen ein Smartphone, 2012 wird fast jeder vierte Deutsche einen solchen mobilen Alleskönner besitzen. Fast zwei Millionen Deutsche surfen jetzt schon täglich mobil, 2012 wird es jeder zehnte sein. Das Internet wird hosentaschenkompatibel und damit zum ständigen Begleiter.&lt;/p&gt;
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&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;#8220;Always-In-Touch&amp;#8221;: Das Mindset einer mobilen Welt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wo Mobiltelefone längst fester Bestandteil eines flexiblen Lebensstils geworden sind, potenzieren Smartphones die Möglichkeiten. Die Gewissheit, zu jeder Zeit und an jedem Ort über alle digitalen Kanäle flexibel und dynamisch agieren zu können, schafft ein neues Lebensgefühl und verändert die Nutzungsroutinen. 49 Prozent der Smartphone-Lead-User, die das mobile Internet bereits fast täglich nutzen, beziehen nützliche Alltagsinformation schon primär über ihr mobiles Endgerät. Für sie gibt es keine Unterscheidung zwischen stationärem und mobilem Internet mehr. Man geht nicht mehr ins Internet, man ist einfach im Internet. Immer und überall. „Always-On“ ist die technische Grundlage des Mindsets, „Always-In-Touch“ die soziale Konsequenz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Smartphones sind Enabler: Sie befähigen die Nutzer orts- und zeitunabhängig, das Gewünschte einfach und schnell zu erreichen, egal ob Information, Kommunikation, Entertainment oder Shopping. Der einfache Zugang zu ständig verfügbaren Online-Angeboten bereichert den Alltag und bietet neue Formen nutzerbezogener Effizienz. Als digitales „Schweizer Taschenmesser“ bietet das Smartphone dem Nutzer die Qualitäten von Wohnzimmer oder Büro, ganz nach Bedarf. Diese Flexibilität überzeugt: 95 Prozent der Smartphone-Nutzer sehen im mobilen Internet persönliche Vorteile. Vorausschauende Planung wird durch Ad-hoc-Entscheidungen ersetzt. Entscheidungsfähigkeit heißt in Zukunft, situativ die benötigten Informationen schnell und zuverlässig abrufen zu können. Zugangswissen wird mindestens genauso wichtig wie Faktenwissen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Smartphone passt sich exakt den Präferenzen seines Besitzers an. Es bündelt verschiedene Funktionen, Inhalte und Kanäle in einem einzelnen Endgerät. Neben SMS und Telefonie ermöglicht es alle Formen der Internetkommunikation. Die Nutzung von Chat, Mail und sozialen Netzwerken zusammengenommen macht bei den Lead-Usern mit 29 Prozent mittlerweile schon einen höheren Anteil als die klassische Telefonie (22 Prozent) aus. Die Bühne der Kommunikation wandelt sich. Getrieben durch die steigende Bedeutung sozialer Netzwerke ergänzen Statusupdates oder Pinnwandeinträge diskret-persönliche one2one-Kommunikation um das Prinzip der kontinuierlichen one2many-Kommunikation. Offene Kommunikation generiert mehr Feedback, definiert soziale Rollen und demonstriert Persönlichkeit. Man steht ständig mit seinem Netzwerk in Verbindung. Die Option kann zur Obsession werden, wenn das Gefühl, etwas im Online-Leben zu verpassen, den Nutzer alle paar Minuten einen Blick auf das Display werfen lässt. Die Konsequenz des ständigen Verbunden-Seins: 48 Prozent der Lead-User haben bei ausgeschaltetem Gerät Angst, etwas zu verpassen. Wer „Always-In-Touch&amp;#8221; lebt, befindet sich kontinuierlich im Datenflow.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Herausforderung besteht zunehmend darin, den stetigen Fluss an Informationen bewusst zu kontrollieren. Zum einen, um die eigene Privatsphäre und den Kontext, in dem die Informationen platziert werden, selbstbestimmt zu gestalten. Zum anderen, um das Maß an Input auf ein verarbeitungsfähiges Niveau herunterzubrechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Apps können dabei als Katalysator fungieren – sie machen den Zugriff auf den Datenflow aufwandslos. „Apps bieten momentan die Möglichkeit, zielgerichtet und ohne Umschweife ans digitale Ziel zu gelangen. Die technische Oberfläche verknüpft permanenten Zugang mit der Möglichkeit, ständig auszusteigen.“, so Peter Wippermann, Gründer des Trendbüro, im Experten-Interview. Als Mini-Programme haben sie in Form kleiner bunter Icons die Smartphones auf ihrem Siegeszug unterstützt. Als One-Click-Solutions bieten sie einen einfachen Zugang und gleichen technische Beschränkungen, wie z. B. die geringe Bildschirmgröße oder lange Ladezeiten beim mobilen Browsen, durch Komplexitätsreduktion aus. Der Zugriff auf das Internet fügt sich nahtlos in den Tagesablauf ein. Ob Apps auch künftig die Nase vorn haben werden, hängt von den Alternativen ab. Was zählt, sind intuitive Bedienung, Geschwindigkeit und Einfachheit. Entscheidend ist also die Usability: Aufwandslosigkeit, Geschwindigkeit und Praktikabilität werden entscheiden, wie man künftig zu digitalen Inhalten gelangt. Erfolg hat, wer die mobilen Inhalte leicht navigierbar verfügbar macht. Denn schlecht gemachte Apps oder unzulängliche Optimierung von Webseiten für die mobile Nutzung lassen kein Flow-Gefühl aufkommen und führen nicht selten zum enttäuschten Abbruch des Prozesses.&lt;/p&gt;
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&lt;p&gt;&lt;strong&gt;E=M-Commerce: Convenience und Control für aller Phasen des Kaufprozesses&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im gleichen Maße, wie E-Commerce den Versandhandel revolutioniert hat, beginnt mit M-Commerce eine neue Ära für den Handel. Wer mobil surft, möchte auch M-Commerce ganz selbstverständlich nutzen können. Mit der Unterscheidung zwischen mobilem und stationären Internet verschwindet gleichzeitig der Unterschied zwischen E- und M-Commerce. Dies erfordert mittel- und langfristig, dass Inhalte und Services nicht nur abrufbar, sondern mobil nutzbar gemacht werden. Besonders das stark verkleinerte Display ist dabei eine Herausforderung. Neben diesen Problemen bietet die mobile Nutzung aber auch Chancen für den Handel: Gut funktionierende Apps können den Einkauf zu einem unverwechselbaren Erlebnis machen. Der mobile Mehrwert entsteht, wenn Ort und Zeit der Nutzungssituation einbezogen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Inspirationsphase kann der Anwender mittels Geo-Locating, Augmented Realtity-Funktionen und Realtime-Anwendungen situationsspezisch abgeholt werden, bei denen in Echtzeit mit dem Nutzer interagiert wird. Das Abwägen über Vor- und Nachteile bestimmter Produkte in der Evaluationsphase geschieht immer häufiger unter Berücksichtigung von Preis- oder Produktvergleichsseiten im Internet. 80 Prozent aller Smartphoner nutzen diese Möglichkeit der Meinungsbildung über das mobile Internet. Mobile Payment kann als einfaches und transparentes Bezahlsystem die Kaufphase unterstützen. Im Bereich des After-Sales bietet das Smartphone einen direkten Draht zum Kunden an. Spezielle Tracking-Apps machen beispielsweise transparent, wo sich die bestellte Ware wann befindet. Zudem kann sich die Strahlkraft zufriedener Kundenrezensionen positiv auf das Image der Marke an sich auswirken. Die digital verbreitete Meinung nach dem Kauf kann wiederum für anderer Kunden zum Einfluss vor dem Kauf werden. Smartphones haben also das Potential, einen lückenlosen Übergang der einzelnen Phasen des Kaufprozesses herzustellen und so für den perfekten Flow zu sorgen.&lt;/p&gt;
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&lt;p&gt;&lt;strong&gt;GO SMART 2012&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Smartphone wird zum zentralen Element des Echzeit-Webs, die neue digitale Realität wird gelebt, wo auch immer sich ihre Protagonisten befinden. Für Smartphone-Nutzer wird der permanente Zugang zum digitalen Datenstrom normal, sie fordern einfachen Zugang zu mobil-optimierten Angeboten, die sie auf Wunsch kontinuierlich und schnell auf dem Laufenden halten. Der Instant-On-Charakter des mobilen Endgeräts macht das Internet zum selbstverständlichen Nebenbei-Medium. Die situative Nutzbarkeit formt den mobilen Mehrwert für seine Nutzer und verändert gleichzeitig Ansprüche und Nutzungsgewohnheiten. Wer diese Vorteile nutzt und seine Angebote den Anforderungen des Smartphones anpasst, kann integrierte M-Commerce-Erlebnisse schaffen und so durch den Realtime-Faktor Mehrwert generieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die vollständige Studie „GO SMART 2012: Always-In-Touch“, die Trendbüro zusammen mit TNS Infratest für die Otto Group und Google durchgeführt hat, finden Sie &lt;a title="GO SMART Studie Download" href="http://www.ottogroup.com/fileadmin/pdf/go_smart.pdf" target="_blank"&gt;hier&lt;/a&gt; kostenlos zum Download.&lt;/p&gt;
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